Im Winter spaziere ich mit der vorgekochten Suppe im Thermobecher zu einer meiner Lieblingspausenhütten am Waldrand. Auf der Wanderung mit Freunden darf weder frischer Kaffee noch das Stück Kuchen mit Vanillesauce fehlen. Und auf einer herbstlichen Runde mit meinen Eltern backe ich Zimtschnecken auf dem Campingkocher. Kurz: Ich esse gerne draußen und liebe es, Neues auszuprobieren. Und weil das so ist, widme ich heute mal ein paar Zeilen dem von Kind an geliebten Draußen-Picknick!

Seit ich denken kann, gehört in meiner Familie eine ordentliche Brotzeit dazu, wenn wir zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf Erkundungstour sind. So manch leckerer Kartoffelsalat meiner Mama hat es mit uns in den Windschutz eines Heustadels in den Alpen geschafft. Dabei wurde es nie versäumt, das “Vesper” (So nämlich heißt das da, wo ich herkomme!) durch hübsches Geschirr, bunte Servietten und kleine Extras zu einem Höhepunkt des Tages zu machen.

So ist es kein Wunder, dass das Thema Essen auch auf meinen Touren eine Rolle spielt, über die ich mir selbst vielleicht gar nicht immer so im Klaren bin. Für mich alleine darf’s gerne auch mal einfach sein und beim Kochen auf Paddeltouren schnell gehen. Doch frisches Gemüse ist immer an Bord! Für längere Touren wird so gepackt, dass man aus unterschiedlichen Zutaten nach Belieben Tag für Tag entscheiden kann, was wie kombiniert wird. Und Trockenfrüchte und -gemüse sind prima, wenn man auf Packmaß, Gewicht und Haltbarkeit achten muss.

Zuhause koche ich gerne vor und nehme mir eine warme Suppe oder einen Eintopf mit auf meine Tageswanderung. Es tut einfach gut, sich durchpusten zu lassen, das Essen in Ruhe an der frischen Luft zu genießen und die in der Übergangszeit klammen Finger am Becher mit dem heißen Tee zu wärmen.

Ein schönes Plätzchen zu suchen, mir Zeit fürs Essen zu nehmen – und diesen Moment-nur-für-mich ganz bewusst als einen zu gestalten, der den Alltag durchbricht und den Kopf frei macht, ist inzwischen zu einer Routine geworden, die ich mitunter mehrmals pro Woche praktiziere. Auch, weil der Kontrast zum Schreibtisch und der Abstand von den akustischen Mietshausfreuden gut tun und dafür sorgen, dass ich deutlich entspannter zurück nach Hause komme.

Wer nun denkt: “Was für ein Aufwand!”, den kann ich ein bisschen verstehen und zugleich beruhigen. Im Grunde ist’s nämlich gar nicht aufwendig, sich eine Picknickdecke zu schnappen, die Thermoskanne und eine Kleinigkeit zu essen einzupacken und seine tägliche Runde hin und wieder um eine kleine Pause zu verlängern.

Manchmal schwinge ich mich auch gleich morgens aufs Fahrrad und nehme mir mein Frühstück mit. Dann wird der Kaffee auf dem kleinen Wander-Kocher frisch aufgebrüht. Als eine der Ersten durch einen neuen Tag zu radeln, im Morgentau zu sitzen und den Tag am Schreibtisch wenig später mit diesem unbeschreiblichen Gefühl zu beginnen, dass man schon so wertvolle Draußenzeit erlebt hat, ehe man in die Arbeit startet – das ist für einen Draußenmenschen echtes Alltagsglück.

Ob es die frische Luft ist, der Ausblick oder die Belohnung nach Bewegung, die dieses Glück auslöst? Vermutlich ist’s eine Mischung aus allem. Eine Mischung, die ich Euch nur ans Herz legen kann: Packt das Stück Kuchen ein, das vom Vortag übrig geblieben ist! Stellt fest, dass der Gemüseeintopf da draußen noch ein bisschen besser schmeckt als zuhause! Und überrascht Eure Mitwanderer das nächste Mal mit frischen Zimtschnecken, die Ihr zuhause vorbereitet und unterwegs auf dem Trangia backt!

Damit das alles jetzt nicht blanke Theorie bleibt, verrate ich Euch noch ein paar meiner Lieblingsessen für unterwegs, die man gut mal machen kann, wenn man die Mitwanderer oder -paddler einlädt:

1.) Campingkocher-Pizza
Die trockenen Teigzutaten inklusive Trockenhefe zuhause in Beutel abfüllen, unterwegs mit Wasser anrühren, Fladen in der geölten Pfanne backen und nach Belieben belegen, zum Beispiel mit Tomatenmark, Kräutern, Gemüse, Käse…
>> Perfekt auch für längere Paddeltouren!

2.) Gewürzkuchen im Glas
Trockene Kuchen kann man prima in Einmachgläsern backen. Sie sind gut haltbar und können, zum Beispiel auf Kajaktour, dann als Frühstück dienen, wenn das frische Brot aufgebraucht ist. Butter, Honig und selbst gemachte, in kleine Gläser abgefüllte Marmelade dazu – lecker!
>> Ideal für längere Paddeltouren!
>> Auch kleine Brote und Küchlein kann man gut vorbacken.

3.) Zimtschnecken und Pfannkuchen
Die Zimtschnecken werden zuhause vorbereitet (geht sehr schnell mit fertigem Pizzateig) und unterwegs auf dem Campingkocher in Fett ausgebacken. (Achtung: Temperatur ggf. früh runterregeln! Das braucht ein bisschen Gefühl, damit nichts anbrennt.)
Auch Pfannkuchenteig kann man vorbereiten und in einer Flasche abgefüllt mitnehmen. Dann ebenfalls auf dem Kocher backen und mit der Lieblingsmarmelade genießen!
>> Gut geeignet für Tageswanderungen!

4.) Blätterteigtaschen to go
Schnell gemacht und am Folgetag fix eingepackt für eine Tagestour: Ob mit Lachs, frischen Pilzen oder Gemüse – Blätterteig lässt sich nach Belieben belegen. Dazu etwas Crème fraiche, Tomatensauce oder Pesto und ein paar Blättchen Grana Padano drüber – fertig ist ein leckerer Snack für unterwegs!
>> Super für Tagestouren zu Wasser und zu Land!

5.) Was die Natur so hergibt: Brombeeren, Pfifferlinge und Meerkohl
Feldrand, Wald, Strand – wer draußen unterwegs ist, kann sich die eine oder andere Zutat zum Frühstück oder Abendessen selbst pflücken. Aber Achtung: Nur das essen, was Ihr wirklich sicher kennt!

1 Comment

  1. Pingback: Kopffreitage • Sonnenaufgangswandern: Kopffrei in den Tag

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.