In der letzten Zeit zieht es mich immer wieder zu kleinen Rundwanderungen in die Süderlügumer Binnendünen und in den daran angrenzenden Wald. Für mich einer dieser Juwelen, die so versteckt gar nicht sind, aber dennoch – offenbar – wenig bekannt.

So sehr ich das Meer, den Wind und endlose Strandspaziergänge mag, so gerne bin ich zur Abwechslung in richtigen Wäldern unterwegs. Mit “richtig” meine ich: in Wäldern, in denen ich Stunden verbringen kann, die ich in ihrer Wegestruktur erst einmal für mein inneres Kartenauge erschließen muss und die in ihrer gewachsenen Natürlichkeit immer wieder Neues zu entdecken bieten. So ein Wald ist der zwischen den Süderlügumer Binnendünen, dem Schwanz- und Kranichmoor sowie dem Schwarzberger Moor gelegene.

Waren die Binnendünen zunächst meine allererste “Anlaufstelle” für eine kleine Erkundung dieser Landschaft, von deren Ausmaß ich mir damals nicht so richtig ein Bild machen konnte und die mich genau deshalb neugierig gemacht hatte, stellte ich schnell fest: hier kann man gut die Wanderstiefel für eine etwas ausgiebigere Runde schnüren.

Die Binnendünen, welche östlich von Süderlügum liegen, sind eine Folge von eiszeitlichen Sandverwehungen. Schmale Pfade schlängeln sich durch die mit Heidekraut, Moosen und Gräsern bewachsene Sandlandschaft, die nahtlos an den Wald angrenzt.

Tipp: Eine ganz besonders schöne Stimmung herrscht hier an klaren Herbst- und Wintermorgen, wenn die Gräser mit zartem Raureif überzogen sind und erste Sonnenstrahlen auf die noch tief vor den Bäumen vorbeiziehenden Nebelschwaden fallen.

Eine meiner Lieblingsrunden führt von den Dünen aus in den Wald, am Schwarzberger Moor und dem Schwansmoor vorbei und zu einem gemütlich-überdachten Pausenplatz auf etwa halber Strecke. Die kleine Tour ist etwa elf Kilometer lang und verläuft überwiegend auf Forstwegen im Wald und auf weich zu gehenden Trampelpfaden, die bei viel Regen mitunter zu einem kleinen Hindernisparcours werden.

Durchquert man die Binnendünen von West nach Ost, kommt man auf einen schmalen Pfad, der direkt in den Wald führt. Diesem folgend, gelangt man auf einen etwas breiteren Weg, auf welchem ich nach links abbiege. Wo der Weg in eine kleine Fahrstraße mündet und linkerhand ein kleines hölzernes Wartehäuschen steht, halte ich mich rechts, gehe ein nur kurzes Stück auf dem Asphaltweg und halte mich dann erneut rechts, auf dem Forstweg hinein in den Wald.

Der Weg führt nun immer geradeaus, bis zu einer Kreuzung, an welcher in der Gabelung zur Abzweigung nach rechts eine Infotafel angebracht ist. Hier kann man sich einen Überblick über das Wegenetz verschaffen und stellt fest:
1.) Die Orientierung ist dank geradlinig angelegtem Wegesystem einfach.
2.) Man kann hier auch kreuz und quer auf Erkundungstour gehen.

Ich folge meinem eingeschlagenen Hauptweg weiter geradeaus, bis dieser eine deutliche Kehre nach links beschreibt. Plötzlich stehe ich an einer Straße. Ich bin zunächst etwas verwirrt, finde dann jedoch schnell den Trampelpfad, der mich – immer noch im Wald und eben nicht auf der Straße – parallel zur Straße weiter nach links führt.

Achtung: der Weg ist hier nicht explizit ausgeschildert. Das gilt für die ganze Runde, was jedoch auf Grund der klaren Wegelinien nicht wirklich problematisch ist. Im Zweifelsfall: Schild abfotografieren und merken, in welche Richtung man an Abzweigungen abbiegen möchte!

Mein Trampelpfad endet an einer Weide, die auf einer Kuppel liegt. Ich stehe am Waldrand und erkenne hinter der Weide bereits das Dach meines Mittagspausenziels: für die paar Minuten hin zu der kleinen Holzhütte biege ich, vom Trampelpfad kommend, kurz ab auf die Straße, auf deren rechten Seite schon bald eine Tafel nach links zur Hütte zeigt.

Die Hütte ist eine von vielen entlang der sogenannten Grenzroute, einem Fahrradweg, der zwischen Nord- und Ostsee immer wieder die deutsch-dänische Grenze quert und so in einem sanften Zickzack von West nach Ost führt. Infotafeln klären über die Route und deutsch-dänische Besonderheiten entlang des Weges auf. Und ich finde es toll, dass eines der zum Fahrradweg gehörenden Pausenhäuschen eben auch auf meiner Wanderstrecke liegt!

Es ist grau, es regnet und die Temperatur ist herbstlich. Ich freue mich, dass ich unterwegs bin. Und ich freue mich mindestens genauso sehr über meine Mittagspause im Draußen – mit Dach über dem Kopf, frischer Luft und Ausblick.

Gerade bei Regenwetter ist man in so einem Wald ja recht gut aufgehoben. Und ich stelle immer wieder fest: diese Runde ist eine, die zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat und auch bei jedem Wetter (außer bei richtigem Sturm – da bitte keine Experimente im Wald, wo Äste fallen und Bäume umstürzen können!) gut zu gehen ist.

Meine Pause fällt kurz aus; zu schnell droht der Körper auszukühlen. Ich packe Thermoskanne, Becher und Tischdeckchen wieder in meinen Rucksack, stülpe diesem sein Regenmäntelchen über (ja, es ist so richtig herrliches Schietwetter heute!) und folge dem eingeschlagenen Teerweg. Links von mir liegt nun das Schwarzberger Moor; mein Weg führt zurück in den Wald, geradeaus bis zur nächsten Infotafel, an welcher ich nach links abbiege und von wo aus ich schon bald wieder auf den Hauptweg komme. Diesmal gehe ich nach rechts und damit zurück bis zu der oben beschriebenen Kreuzung mit der Infotafel mit Karte.

Hier biege ich nach links ab und komme am Schwansmoor vorbei. Bänke laden zu einer kleinen Rast ein. Ein schöner Ort, um einen Moment der Stille zu genießen, mitten im Waldgebiet…

Tipp: Wer nicht die ganze Elf-Kilometer-Runde gehen mag, biegt gleich, wenn er das erste Mal die beschriebene Infotafel an der Kreuzung erreicht, zum Schwansmoor (in diesem Falle also nach rechts) ab. Damit entfällt der Schlenker über die Schutzhütte und das Schwarzberger Moor.

Auf dem Fahrweg geht es nun wieder immer geradeaus bis kurz vor der Mündung in die Straße L1. Hier biege ich rechts ab in einen Trampelpfad, der wieder parallel zur Straße verläuft. Noch vor den Binnendünen wähle ich einen der nach rechts abzweigenden Wege. Je nachdem, für welchen man sich entscheidet (nun lohnt es wieder, die Karte abfotografiert zu haben 😉 ), geht man entweder auf einem der nach links abzweigenden Pfade durch den Wald zur Binnendüne zurück oder folgt dem Weg bis zum Ende, um dann auf dem ganz am Anfang schon kurz gegangenen Teerweg (diesmal) nach links abzubiegen und diesem zu folgen, bis es erneut nach links zurück in die Binnendünen geht.

Fazit: Alleine die Binnendünen lohnen zu jeder Jahreszeit einen Abstecher. Ob Spaziergang oder kleine Wanderung – die Landschaftsform ist ein schöner Kontrast zum sonstigen platten Land und zu Touren direkt an der Küste. Der Wald mit den darin liegenden Mooren bietet die Möglichkeit, die Tour beliebig zu verlängern, und sorgt für weitere landschaftliche Abwechslung.

Info & Tipps:
Die Binnendünen liegen östlich von Süderlügum in Nordfriesland, unweit der dänischen Grenze. Um die oben beschriebene Tour zu gehen, parkt man zum Beispiel direkt westlich der Düne an dem Weg, der die Straßen “Zur Heide” und “Norderstraße” verbindet

(!) Bitte unbedingt auf den Wegen bleiben und in den Binnendünen die abgesperrten Bereiche nicht betreten! Die Binnendünen sind ein Naturschutzgebiet.

Picknick einpacken und die Runde bis zum oben genannten Pausenplatz gehen! So wird aus einem Spaziergang eine kleine Wanderung und ein schönes kleines Draußenabenteuer.

Wer das erste Mal in diesem Wald unterwegs ist, dem empfehle ich, den Weg bis zur ersten erwähnten “Infotafel mit Karte” zu gehen, um sich zu orientieren. Die Wanderwege sind nicht ausgeschildert oder in irgendeiner Form markiert. Dennoch ist das Wegesystem im Wald nicht schwierig zu verstehen; es lohnt, sich die Mühe eines ersten Überblicks zu machen und dann je nach Lust und Laune zu eigenen Erkundungen zu starten.

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