Tägliche Runde, Morgenpaddeln, Draußenkaffee: Momente in der Natur geben Kraft, lassen mich abschalten, überraschen und sind für mich selbst in anstrengenden Zeiten echtes #kopffrei. Hier kommen ein paar Reflexionen und Anregungen für mehr Alltagsoutdoor – mit Text und Bildern, wie gewohnt!

Draußenzeit als fester Bestandteil meines Lebens

Wie wichtig diese Augenblicke in der Natur für mich geworden sind, merke ich ganz besonders, wenn sie mir fehlen. Wenn ich es nicht schaffe, konsequent meine kleine tägliche Runde zu gehen. Wenn mir die Wetterprognose pünktlich zu meinen freien Tagen ein Schnippchen schlagen will und Mehrtagestouren auf dem Meer verhindert. Oder wenn Umbrüche im Leben Anderes in den Vordergrund rücken.
Häufig wären sie allerdings genau dann nötig, diese echten Auszeiten. Das Abschalten. Das Auftanken sowie dieses so unaufgeregte Kopfduell zwischen mal gar nicht und mal so sortiert zu denken, wie es erzwungen nie klappen kann. Dabei zu akzeptieren, dass es Phasen im Leben gibt, die Liebgewonnenes aus dem Alltag verbannen, und gleichzeitig nicht aus den Augen zu verlieren, was für einen selbst nicht nur wichtig, sondern gar zu einer Art (Über-)Lebensstrategie geworden ist, ist ein schwieriger Spagat. Ich weiß aus unterschiedlichen Situationen zu gut, wovon ich spreche … Gleichzeitig bin ich dankbar und froh, dass ich mit dem Draußensein etwas gefunden habe, was für mich körperlich und mental so viel mehr ist als kurzfristige Ablenkung oder ein kleines Ventil.

So ist heute der Tag, an dem ich mein kleines Plädoyer für mehr Alltagsoutdoor verfasse, mit dem einen oder anderen persönlichen Gedanken mehr. Denn wenn ich Alltagsoutdoor schreibe, geht es mir nicht um in den Feierabend reingeschobene schnelle Topleistungen. Es geht mir darum, das zu tun, was mir und eben jedem Individuum für sich selbst gut tut. Das kann sein, an einem eisigen Wintermorgen vor dem Arbeitsbeginn auf einem kleinen Spaziergang ab Haustüre das Spiel aus Licht und Schneekristallen zu bewundern. Das kann das vorgekochte Mittagessen sein, das ich statt am Esstisch oder im Garten draußen in einem Shelter genieße. Oder ein spätnachmittägliches Raus, um in meinem Zelt einzuschlafen und den Morgenkaffee in der Frische eines neuen Tages im taubetröpfelten Gras zu trinken. In aller Ruhe. Glücklich. Und vielleicht auch ein bisschen stolz, weil ich nicht zu lange nachgedacht, sondern einfach gemacht habe. Weil ich den Rucksack mit dem Allernötigsten gepackt und einen Zeltplatz getestet habe, an dem ich schon oft vorbeigegangen war. Mit dem vorsichtigen Plan im Kopf, genau hier einmal entspannt aufzuwachen.

Es soll nicht perfekt sein, sondern gut tun

Gerade Übernachtungsaktionen sind für mich nach all den Jahren noch immer nicht uneingeschränkt in die Kategorie “einfach mal machen” einzuordnen. Da ist mal der Anspruch, dass alles perfekt sein soll, und mal das Wissen, dass es womöglich doch zu doll reingequetscht wäre zwischen Terminen, anderen Plänen und dem, was man für seine Arbeit noch eben tun könnte. Dabei geht’s im Draußen nicht um perfekt. Es geht um Momente, die nur mir gehören, und um Erlebnisse, die mich nicht zuhause besuchen. Es geht um “einfach raus”, ums Ausprobieren von Neuem und um die Wahl für sicher Bekanntes, wenn eben wirklich nicht mehr drin ist als eine verlängerte Mittagspause. Auch eine konsequente Spazierrunde über Mittag tut gut. Oder ein Stopp auf dem Weg vom Büro oder von Terminen nach Hause, wo man spontan mal an einem anderen Ort ein paar Schritte geht und befreit durchatmet. Wieviel motivierter, entspannter und mit neuer Energie gehe ich nach einer solchen Pause die nächsten Aufgaben an!

Ob ich mich an Tagen mit wenig Zeit und viel Bewegungsdrang für eine sportliche Runde mit dem Fahrrad entscheide oder, wie an einem windigen Sommertag von meinem ehemaligen Wohnort in Nordfriesland aus, den Rucksack schnappe und einen mir bis dato unbekannten kleinen Wanderweg in Süddänemark teste – wichtig ist, sich aufzumachen und rauszufinden, was man mag. Für mich ist es über die Jahre die hier skizzierte Mischung geworden. Ganzjährig und gerne auch mal bei Schietwetter. Dann empfinde ich es als noch etwas mehr kopffrei, bei sanftem Regenplätschern meine Thermoskanne an einem überdachten Pausenplatz auszupacken, den Duft von heißem Kaffee einzuatmen und ein Stück selbst gebackenen Kuchen mit vielleicht einem Klecks Marmelade aus dem vergangenen Sommer vor mir zu haben.

Waldspaziergang und Draußenmittag

Ich liebe es, früh morgens zu einer Runde im Kajak zu starten und auf dem Wasser zu frühstücken. Oder etwas Einfaches wie Blätterteigtaschen, Gemüseeintopf oder Kardamomschnecken vorzubereiten und beim Picknick mit der Familie oder mit Freunden schön anzurichten. Vom plötzlichen Finden einer großen Handvoll Pfifferlinge im Wald, vom Bärlauchpflücken und dem Rührei mit intensiv-frischem Schnittlauch von der Schäreninsel ganz abgesehen. Ja, Alltagsoutdoor hat für mich oftmals mit draußen Essen und Trinken zu tun. Mal einfach und mal aufwendiger und vor allem, weil sich das Draußensein so hervorragend mit ohnehin Notwendigem verbinden lässt. Neben der zügigen Feierabendpaddelei, einer spontanen Langlaufrunde am Deich, dem Sonnenuntergang über dem Wattenmeer oder einer Von-Mittag-bis-Mittag-Paddeltour auf der Flensburger Förde, mit Zeltnacht auf der Großen Ochseninsel.

Zum Mitmachen:
Ich habe begonnen, auf Instagram den Hashtag #Alltagsoutdoor zu befüllen. Mit Eindrücken meiner Touren zwischen Winter und Herbst, mit Naturerlebnissen und Essensbildern. Macht doch einfach mit und lasst uns zusammen rausfinden, was #Alltagsoutdoor noch so sein kann! Als Inspiration und Anregung für mehr #Alltagsoutdoor in der deutschsprachigen Draußencommunity! Ich freue mich, wenn Ihr dabei seid. 🤗

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